Sonntag, 7. Februar 2010

Das Alter....

Vielleicht erinnert sich die ein oder andere noch an diesen Post im Sommer...

Heute gab es wieder ein trauriges Telefonat mit meiner Mam - meine Oma ist letzte Woche wieder mal gefallen - dummerweise spät am Abend - und der Notrufknopf war im anderen Zimmer. Gefunden hat sie meine Tante am nächsten Morgen und den Krankenwagen gerufen. Jetzt ist sie also im Krankenhaus und wird nach ihrer Entlassung im Laufe der Woche erstmal in ein Altersheim kommen.
Allerdings ist ihre Demenz mittlerweile so weit fortgeschrittten, daß sie noch nicht einmal mehr ihre Kinder und Enkel erkennt und auch nicht begreift wo sie ist und warum :-(

Das alles ging so rasend schnell - im Sommer war es nur ab und an ein bisschen Verwirrtheit - mittlerweile ist es nicht mehr vertretbar sie alleine zu lassen.
Das Alters- bzw. Pflegeheim scheint die einzig mögliche Alternative zu sein - und das einzige was meine Oma nie wollte :-/
Es glaubt auch niemand mehr daran, daß es wieder besser wird - im Gegenteil....

Wenn ich mir das Bild vom Sommer anschaue, könnte ich heulen...

Ich habe meine Oma an Weihnachten das letztemal gesehen und da erkannte sie mich erst, als ich ihr erklärte, wer ich bin....

Und jetzt brennen hier ganz viele Kerzen für meine Oma....

Danke für's Lesen...

Kommentare:

  1. Oh je, das ist wirklich gar nicht schön.
    Liebe Grüsse Tanja

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  2. das ist immer ein schock,wenn man nicht damit rechnet..allein die Vorstellung,so lange unversorgt in der Wohung gelegen zu haben,
    Es gibt inzwischen gute Stationen für Demenzpatienten,da kannst du dich kümmern,dass sie solche eine nun als Lebensraum hat.Und hilfreich ist,zu begreifen,,es geht nun rückwärts mit der Gedächtnisleistung..also sucht nach alten bildern..Liedern.. Erinnerungsstücken.

    Viel schlimmer fand ich,als miene mutter geistig fit,aber körperlich völlig entkräftet , im Pflegeheim betreut wurde wie unmündige Person und sie konnte sich nicht wehren,bis sie begann mit Tellern um sich zu werfen..meine so kontrollierte ,liebenswerte und beherrschte Mutter..
    Da habe ich kurzentschlossen alle Hebel in Bewegung gesetzt,dass sie in Hospiz kam ,dort fand sie ihren Frieden und konnte in Würde sterben.Ich spürte..das geht nun schnell,(aber das nicht meine erste Erfahrung mit alternden Menschen. )Aber die wollten viel Geld..,Krankenkasse sah nach ärztlichem Befund keine Notwendigkeit..nachher entschuldigten sich alle, als sie nach kurzer Zeit starb..sie hat sich das Recht genommen,in den letzten Monaten das Essen und Trinken zu verweigern nach ihrer langen Leidenszeit, für mich war das völlig okay. Und als ich sah,dass Astronautenkost auf ihrem Nachtisch im Pflegeheim lag,klingelten alle Alarmglocken bei mir..sie wollte niemals künstliche Ernährung, das hätte man auch noch gemacht .Ohne ihre schriftl. Verfügungen,die nicht vorlagen, hätte ich nichts unternehmen können.Sie hat es mir nur mündlich gesagt, als ich von ihr wissen wollt, wie stellst du es dir in der letzten Phase vor.. das war ihre horrorvorstellung, so liegen und leben zu müssen.

    man kann als Angehöriger den Alten im Übergang zum sterben noch viel helfen..
    besuche sie einfach ohne Erwartung..
    du wirst sehen..du lernst vieles neu für dich und selbst herausfinden,wie du ihr helfen kannst,diese Phase zu leben.Du musst nicht die Worte suchen,die sie bisher sprach ,nicht mit früher vergleichen,
    deine Oma spricht nun eine andere Sprache.
    Hole dir Unterstützung bei den Demenz-Selbsthilfe-Gruppen--
    Das hilft beiden Seiten ,loszulassen zu können.
    liebe grüße W.

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  3. Das ist wirklich sehr traurig :(
    Und es tu mir so leid, für Deine Oma und für Euch Angehörige!

    Ich denk' an Dich...

    Katty

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  4. Hallo Ester, ich kenne das Gefühl, wenn einen die eigene Oma nicht erkennt. Bei Besuchen nach der Vorstellung nicht das vertraute "Du" benutzt, sondern das "Sie" und dann von ihrer Enkeltochter und ihren Urenkeln spricht als wäre ich eine Pflegekraft. Ich habe mittlerweile allerdings herausgefunden, daß sich meine Oma trotzdem nicht alleine fühlt und daher habe ich mich mit dem unvermeidlichen abgefunden, zumal die Demenz meiner Oma stark mit ihrer täglichen Verfassung schwankt.

    LG von Jule

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  5. Ach Mist. Dagegen wird so vieles klein.

    Nachfühlende Grüße von der

    Garnprinzessin

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  6. Ich drück Dich mal ganz fest!
    LG
    Vroni

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  7. Hallo,

    ich weiß, dass das kein wirklicher Trost ist, aber Demenz ist manchmal sehr gnädig.

    Wachen Geistes den eigenen, körperlichen Verfall ertragen ist schlimm, die Demenz deckt dann einen "Mantel" darüber, der das ertragen leichter macht. Ich habe das bei meiner Oma in der letzten Phase ihres Lebens so erlebt und konnte den Weg mit dieser Sichtweise viel leichter mit ihr gehen.

    Nichts desto trotz wünsche ich dir viel Kraft, Liebe und noch schöne Stunden mit deiner Omi.

    Bine

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  8. hallo ester!

    ich kann dir sehr gut nachfühlen, wie es dir jetzt geht. wir haben mit meiner oma ähnliches durchgemacht. auch sie hat immer gesagt, nie in ein altenheim zu wollen. aber auch bei uns kam irgendwann der moment, wo es einfach nicht mehr anders ging.
    oma hatte glück, sie kam in ein sehr schönes pflegeheim mit einer liebevollen und aufmerksamen betreuung. die demenz war bei ihr zwar nicht so weit fortgeschritten, dass sie uns nicht mehr erkannte, dennoch verblasste nach und nach die erinnerung an ihr altes leben. aber sie hat sich im heim relativ gut eingelebt. und sie war unter leuten ... daheim ist sie nur mehr auf ihrem sessel gehockt und hat die wände angeguckt, raus wollte sie gar nicht mehr.
    sie hat noch so etwas wie freundschaften im heim geschlossen und hat sich dann hier zu hause gefühlt. wir haben sie regelmäßig besucht und hatten das gute gefühl, sie gut versorgt zu wissen, ohne die ständige angst, was wohl passieren wird, sobald man aus der tür rausgeht und sie wieder alleine ist.

    nein, es ist trotz allem nicht leicht. ich habe sehr an meiner oma gehangen, sie war einer der wichtigsten menschen in meinem leben.
    aber rückblickend kann ich sagen, dass wir ihr die letzten monate ihres lebens so schön wie möglich gestaltet haben.

    fühl dich ganz doll gedrückt!

    lg
    ilona

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